BEST OF AUSTRIA

Eine Kunstsammlung

Linz 2.1. bis 10.5.2009

 

Wie kommt die Kulturhauptstadt Europas zu einer Kunstsammlung, die ihrer würdig ist? Ganz einfach: Sie geht sammeln. Eine Hauptstadt – und sei es auch bloß für ein Jahr – braucht eine Kunstsammlung, die diesem Rang und der damit verbundenen Erwartung an nationale Repräsentation entspricht. Indessen: Woher nehmen, wenn nicht stehlen? Also sind das Lentos Kunstmuseum und Linz09 sammeln gegangen mit der Bitte, der Kulturhauptstadt großzügig zu helfen, ihre Rolle würdig zu erfüllen.
Mit dem Resultat, dass sich knapp hundert Spitzenwerke aus österreichischen Sammlungen in der Kulturhauptstadt Linz zusammenfinden. Über dreißig österreichische Museen, Stiftungen und Unternehmenskollektionen von Wien bis zum Bodensee stellen je drei Werke zur Verfügung. Quer durch sämtliche Stilrichtungen und mehrere Jahrhunderte fokussieren die Exponate den Blick auf den vielfältigen Kunstbesitz des Landes.
Die ideale Sammlung, als Summe unterschiedlicher Potenziale. Gibt es so etwas? Und wie könnte eine solche Sammlung aussehen? Was sind die Kriterien der Auswahl? Nach welchen Maßstäben wird die Qualität von Kunst bestimmt?
Ganz bewusst wurde die Auswahl an die TeilnehmerInnen delegiert: Sie wurden um ihre eigene Entscheidung gebeten, um die ihnen adäquat erscheinende Vermittlung des Profils ihrer Häuser und Bestände zu ermöglichen.

 

Von Januar bis Mai 2009 wurde über vier Monate lang im Lentos präsentiert, wie eine ideale Kunstsammlung aussehen könnte, als temporäre, spielerische Versuchsanordnung. Wie bei den meisten Sammlungen ist auch diese Zusammenstellung vom Zufall geprägt, von persönlichen Vorlieben, finanziellen und räumlichen Möglichkeiten. BEST OF AUSTRIA legt Zeugnis davon ab, wie divers und kontingent sich Kunstwerke zu Ensembles fügen und welche Rolle die harmonisierende Kraft der Institution Museum spielt. Gemeinsam ist den gezeigten Werken die hohe Qualität eines im weitesten Sinne nationalen Eigentums.
BEST OF AUSTRIA erzählt eine Geschichte der Schaulust und stößt eine Debatte über Maßstäbe und Kriterien von "Best of" an. Sind es die teuersten, die bekanntesten, die meist publizierten Bilder und Objekte, die stellvertretend in Linz gezeigt werden? Sind es die Favoriten von DirektorInnen und SammlungsleiterInnen, die unbekannte Schätze ins Licht stellen wollen?
Wenn sich in diesem Spannungsbogen trefflich streiten lässt über Auswahl, Qualität, die Repräsentation "nationalen Eigentums" und was das sogenannte "kulturelle Erbe" bedeutet - umso besser.


 

Teilnehmende Institutionen:
Albertina, Belvedere, Burgenländische Landesgalerie, Essl Museum, EVN Sammlung, Gemäldegalerie der Akademie der bildenden Künste Wien, Kontakt. The Art Collection of Erste Bank-Group, Kunsthaus Bregenz, Kunsthistorisches Museum, Landesmuseum Joanneum: Alte Galerie / Neue Galerie, Leopold Museum, Liechtenstein Museum, MAK - Österreichisches Museum für angewandte Kunst / Gegenwartskunst, MUMOK Museum moderner Kunst, MUSA - Museum auf Abruf, Museum der Moderne Salzburg, Museum moderner Kunst Kärnten, Niederösterreichisches Landesmuseum, Oberösterreichische Landesmuseen, Österreichisches Filmmuseum, Salzburg Museum - Neue Residenz, Sammlung T-Mobile Austria, Sammlung Verbund, Stift Admont - Museum für Gegenwartskunst, STRABAG Kunstforum, Tiroler Landesmuseum Ferdinandeum.

(Textquelle: http://www.lentos.at/html/de/533.aspx)

 

Katalog:

„BEST OF AUSTRIA. Eine Kunstsammlung“, hrsg. von Lentos Kunstmuseum Linz im Verlag publication PN° Bibliothek der Provinz, Weitra 2008. Mit Textbeiträgen von Martin Heller, Rainer Metzger, Stella Rollig und Franz Schuh. Zahlreiche Farbabbildungen, 189 Seiten. Erscheint in deutsch sowie englisch.

 

http://www.linz09.at/de/projekt-2106346/best_of_austria.html

http://www.lentos.at/html/de/533.aspx